Grundlagen schaffen

3000 sind eine ganze Menge. Es ist die Zahl der Bücher, die ich bisher gelesen habe. Wahrscheinlich noch ein paar mehr, aber wer zählt schon. Der Anteil der Sachbücher übersteigt dabei alle anderen Sorten von Büchern. Man sollte meinen, dass dabei eine Menge Wissen übertragen wurde, wurde es auch, aber was mir fehlt sind die Grundlagen einer guten Schulbildung; Gutes Deutsch. Also hole ich das jetzt nach.

Um an meinem Stil zu feilen lese ich momentan Sol Steins bereits erwähntes „Über das Schreiben“ ( https://amzn.to/3jiauYq ) – und ich bin begeistert. Das Buch ist nicht mehr topaktuell (Erstauflage 1995), aber aktuell genug um einen praktischen Wert zu haben. Guter Stil ist zunächst einmal ein Frage des Verständnisses was einen guten, leserfreundlichen Stil ausmacht. Er ist näher an Umgangssprache, als an Amtssprache.

Natürlich habe ich bereits eine eigene Art zu schreiben entwickelt, einen eigenen Stil. Aber auch dieser ist in Bewegung, verändert sich, genauso wie sich mein Leben verändert. Jetzt noch ein paar Grundlagen von einem Meister seines Faches anzunehmen und umzusetzen wird meinem Vorhaben richtig gut zu werden sicher zuträglich sein. Außerdem, heißt es nicht auch: Um die die Regeln brechen zu können, musst du sie erst lernen und verstehen?

Unabhängig von Fragen des Stils möchte ich auch die Grundlagen der Sprache besser verstehen lernen. Dafür habe ich mir Ludwig Reiners „Stilfibel“ ( https://amzn.to/2FZ2I7G ) auf meinen Lesestapel gepackt. Das Buch ist noch älter als Sol Steins Buch, es ist von 1951. In weiten Bereichen ist es wie ein klischeehafter strenger Deutschlehrer aus einer längst vergangenen Zeit für mich. Während ich die Grundlagen der deutschen Sprache lerne, lese ich in einem Klassiker, der zum Beispiel die Satzbestandteile noch in Deutsch benennt und die lateinischen Begriffe nur in Klammern dahinter schreibt. Also „Tätigkeitswort“ statt Verb“, oder „Wesfall“ statt „Genitiv“. Das vermittelt nicht nur die Grundlagen, sondern zeigt auch die Entwicklung der Sprache in den letzten Jahrzehnten. Ich mag das, vor allem das Bild des alten Deutschlehrers, der im dunkelbraunen Anzug mit Weste, Taschenuhr und einem Nasenzwicker vor seinen Schülern über gutes Deutsch doziert.

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